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Was ist Airless

Airless (deutsch luftlos) bezeichnet ein Farbspritzverfahren bei dem das Spritzmaterial ohne Luftzufuhr durch hohen Druck zerstäubt und auf die Oberfläche aufgebracht wird.

Eine elektrisch, pneumatisch oder durch einen Verbrennungsmotor betriebene Pumpe setzt das Material über einen Schlauch, Rüssel oder Trichter über einen Membran oder einen Kolben unter Druck und presst eine definierte Menge an Spritzmaterial mit bis zu 540 bar aus dem Gerät durch den Hochdruckschlauch und die Spritzpistole. In der Pistole sitzt eine Düse die für die gewünschte Zerstäubung bei Austritt des Spritzmaterials sorgt. Ein Manometer misst dabei den Druck den die Maschine im Betrieb erzeugt.

Airless-Farbspritzgeräte werden unter anderem im Handwerk und der Industrie eingesetzt. Klassische Anwendungsbereiche liegen zum Beispiel im Malerhandwerk oder im Einsatz in metallverarbeitenden Unternehmen oder Schreinereien.
Der wesentliche Vorteile des Airlessverfahrens ist die hohe Wirtschaftlichkeit durch geringe Personalkosten, die Möglichkeit große Flächen in kürzester Zeit zu bearbeiten und den verhältnismäßig geringen Materialverbrauch an Farben, Lacken und Grundierungen. Besonders raue oder strukturierte Oberflächen, beispielsweise bei Strukturputz, lassen sich im Gegensatz zu klassischen Malermaterial leicht bearbeiten.
Die Nachteile stellen die Farbnebelbildung, als auch der zusätzliche Arbeitsaufwand durch das Abkleben des Arbeitsbereichs und die Reinigung der Geräte.
Folgende Materialien können mit Airless-Farbspritzgeräten verarbeitet werden:

Lacke

Beize

Füller

Grundierung / Primer

Korrosionsschutzmittel

Polymerdispersion (Latex)

Acrylfarbe

Innen- und Außendispersion

Silikat

Flammschutz

Dickschichtmaterial

Spritzspachtel

Dachbeschichtungsmaterial

Gewebekleber

Tapetenkleister

Bitumen

und vieles mehr

Airless-Spritzpistole
Beim Airless-Spritzverfahren (Lackieren ohne Druckluftzerstäubung) erfolgt die Zerstäubung des Lackes mit hydraulischem Druck bei 50 bis 250 bar. Die Farbe wird mittels einer Pumpe unter Druck gesetzt und so durch die Düse gepresst, dass sie ebenfalls fein zerstäubt wird. Die Farbe löst sich hierbei ca. 2-3 mm hinter der Düse in Tröpfchen auf. Da ohne Luft zerstäubt wird kommt es zu einer geringeren Spritznebelbildung.
Vorteile des Airless-Verfahrens gegenüber der Zerstäubung mit Druckluft sind keine Bläschenbildung auf der zu lackierenden Oberfläche, da ohne Luftzufuhr gespritzt wird, geringerer Lackverbrauch, weniger Sprühnebel sowie eine schnellere effizientere Lackierung großer Flächen.
Die Nachteile bestehen analog in einer weniger feinen Zerstäubung mit dadurch entstehenden härteren Randzonen, was beim Lackieren von Flächen bei Überlappung zu Streifenbildung führt. Außerdem kann mit diesem Verfahren nicht gebeizt oder patiniert werden. Ferner kann man während des Spritzens die Auftragsmenge nicht regulieren und durch den hohen Druck ist die Unfallgefahr größer.


Luftunterstützte Airless Spritzpistole / AirCombi Spritzpistole


Air Combi Version
Hierbei handelt es sich um eine Kombination der Verfahren Airlesszerstäubung und Luftzerstäubung, daher luftunterstütztes Airless Spritzen. Hierdurch können Effektivität und bessere Zerstäubung auch der Randbereiche vereint werden. Beim luftunterstützten Airless Spritzen beträgt der Materialeingangsdruck üblicherweise zwischen 30 und 80 bar. Die Geschwindigkeit der Farbe in der Düse beträgt etwa 50 bis 100 m/s.
Beim luftunterstütztem Airless Verfahren wird der durch den Materialdruck entstehende Farbfächer mit zwei zusätzlichen Luftströmen beaufschlagt, welche ihn noch flacher drücken und sich mit der Farbe vermischen. Dadurch entstehen kleinere Tröpfchen und somit eine bessere Oberfläche. Die Randzonen sind weicher, wodurch die Übergänge weicher gespritzt werden können. Der Luftdruck unter der Luftkappe beträgt 0,8 bis 1,5 bar und die Austrittsgeschwindigkeit beträgt etwa 150 bis 200 m/s.

Becherpistolen:

Konventionelle Farbspritzpistole
Beim konventionellen Lackieren mit Druckluft wird die Farbe mit einem Luftdruck von 2,5 bis 4 bar zerstäubt (gemessen wird der Luftdruck unter der Luftkappe). Lufteingangsdruck in die Spritzpistole sind hierbei etwa 2,5 bis 5 bar. Durch diese Spritztechnik werden die feinste Zerstäubung und das beste Spritzergebnis erzielt. Der Lack wird durch die Geschwindigkeitsdifferenz von Material- und Luftstrom in Tröpfchen zerrissen. Je höher die Geschwindigkeitsdifferenz (und je höher der Unterdruck) desto kleiner ist die Tröpfchengröße. Je kleiner die Tröpfchengröße, desto feiner die Zerstäubung und desto besser das Spritzergebnis. Bei kleineren Tröpfchen entsteht jedoch mehr Spritznebel (Overspray).
Druckluftspritzpistole / Niederdruckspritzpistole
Bei druckluftbetriebenen Spritzpistolen wird das Material durch die ringförmig um die Düse austretende Luft zerstäubt und mittels der Luft auf das Werkstück getragen. Die Farbe gelangt entweder über einen an der Spritzpistole angebrachten Fließ- oder Saugbecher in die Düse oder wird durch einen Farbschlauch von einem Farbdruckgefäß oder einer Pumpe zugeführt. Durch dieses Verfahren wird der Lackstrahl in sehr feine Tröpfchen zerstäubt, wodurch sich einerseits ein sehr gutes Spritzbild ergibt, was andererseits aber auch entsprechend viel Spritznebel zur Folge hat.
HVLP Spritzpistole
Bei der HVLP-Technik (High Volume Low Pressure) wird der Lufteingangsdruck in der Spritzpistole um ein vielfaches reduziert, etwa auf ein Verhältnis von 1:6 bis 1:10. Bei 5 bar Lufteingangsdruck beträgt der Luftdruck unter der Luftkappe also 0,5 bis 0,7 bar. Durch dieses Verfahren sinkt die Geschwindigkeitsdifferenz zwischen Material- und Luftstrom, wodurch größere Tröpfchen und entsprechend weniger Spritznebel entsteht. Die Übertragungsrate liegt bei diesem Spritzverfahren bei bis zu 80 %. Die HVLP-Norm wurde in Kalifornien, USA entwickelt und ist das strengste diesbezügliche Umweltgesetz. Der Luftdruck unter der Luftkappe darf hier maximal 0,7 bar betragen.
LVLP Spritzpistole
Das LVLP (Low Volume Low Pressure) Verfahren ist eine Weiterentwicklung des HVLP Verfahrens mit deutlich gesenktem Luftverbrauch. Gute LVLP Spritzpistolen haben einen Luftverbrauch von nur 230 bis 260 Nl/min. Sie sparen somit bis zu 40 % oder 150 Nl/min gegenüber dem Verbrauch herkömmlicher HVLP Spritzpistolen von ca. 380 Nl/min. LVLP bietet gegenüber HVLP den Vorteil, dass durch den reduzierten Luftdurchsatz auch die Nebelbildung und der Farbrückprall reduziert werden. Darüber hinaus können die Betriebskosten um bis zu 40 % (Lack, Filterwechsel, Luft) reduziert und ein besseres Spritzbild erreicht werden. 

Quelle: Wikipedia